Definition Bewachungsgewerbe § 34a
Lektion 25: Definition Bewachungsgewerbe § 34a
Lernziele: Du kennst die Definition von "Bewachung" auswendig. Das ist die Kern-Definition für deinen Beruf.
Kerninhalt
Nicht jede Tätigkeit im Sicherheitsbereich fällt unter den § 34a GewO. Wir müssen unterscheiden zwischen "echter Bewachung" und anderen Tätigkeiten.
Die Definition
Eine Tätigkeit fällt unter § 34a GewO, wenn sie:
- Gewerbsmäßig ausgeübt wird (siehe Lektion 21).
- Das Leben oder Eigentum fremder Personen schützen soll.
Was ist KEINE Bewachung im Sinne des § 34a?
- Babysitter: Schützt zwar Leben, ist aber meist nicht gewerblich oder fällt unter Betreuung.
- Autowerkstatt: Passt auf dein Auto auf, aber der Hauptzweck ist die Reparatur, nicht der Schutz. Die Obhut ist nur eine "Nebenpflicht".
- Fahrkartenkontrolleur: Schützt das Vermögen der Bahn, aber kontrolliert primär Verträge. Ist oft Grauzone, aber reine Kontrolleure fallen oft nicht unter § 34a (außer sie sorgen auch für Sicherheit).
- Ordner im Stadion (manchmal): Wenn sie nur Plätze anweisen ("Sie sitzen in Reihe 5"), ist es keine Bewachung. Wenn sie den Block kontrollieren und Leute rauswerfen ("Sicherheit"), ist es Bewachung.
Tipp: Bewachung ist die aktive Obhut über fremdes Leben oder Eigentum als Hauptzweck der Tätigkeit.
Die Erlaubnispflicht
Wer dieses Gewerbe ausüben will, braucht eine Erlaubnis (§ 34a Abs. 1 GewO). Ohne Erlaubnis ist der Betrieb strafbar. Voraussetzungen für die Erlaubnis (für den Chef):
- Zuverlässigkeit
- Geordnete Vermögensverhältnisse
- Sachkundenachweis
Begriffserklärungen
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Gewerbsmäßig | Mit Gewinnerzielungsabsicht, auf Dauer, selbstständig. |
| Obhut | Die aktive Fürsorge und der Schutz für eine Sache oder Person. |
Praxisbeispiel
Situation: Ein "Bürodienstleister" bietet an, abends durch die Büros zu gehen und zu schauen, ob alle Fenster zu sind und das Licht aus ist.
Analyse: Er schützt das Eigentum (Einbruchschutz, Brandschutz) fremder Personen. Er macht das gewerbsmäßig. -> Das ist Bewachungstätigkeit nach § 34a. Er braucht die Erlaubnis, auch wenn er sich nur "Bürodienst" nennt.
Zusammenfassung
- ✅ Bewachung = Schutz von Leben oder Eigentum fremder Personen.
- ✅ Muss gewerbsmäßig sein.
- ✅ Wer das macht, braucht zwingend die Erlaubnis nach § 34a GewO.
Prüfungsfragen zu diesem Thema
Teste dein Wissen – richtige Antworten sind grün markiert.
Prüfungsfrage 1
Welches Merkmal gehört NICHT zur Definition eines Gewerbes?
- A)Selbstständigkeit.
- B)Gewinnerzielungsabsicht.
- C)Dauerhaftigkeit.
- D)Gemeinnützigkeit (Ideeller Zweck).
- E)Erlaubtes Tun.
- F)Nach außen erkennbar.
Um zu verstehen, was ein Gewerbe ist, müssen wir uns die Definition aus dem Gewerberecht (insbesondere abgeleitet aus der Gewerbeordnung, GewO) ansehen. Grundsätzlich gilt in Deutschland nach § 1 GewO die Gewerbefreiheit. Ein Gewerbe liegt rechtlich dann vor, wenn bestimmte Merkmale erfüllt sind. Das wichtigste Merkmal ist die Gewinnerzielungsabsicht, also das Ziel, Geld zu verdienen. Die Gemeinnützigkeit (ein ideeller Zweck, wie bei einem gemeinnützigen Verein) ist das genaue Gegenteil davon. Wer aus reiner Nächstenliebe oder für einen guten Zweck ohne Gewinnabsicht handelt, betreibt kein Gewerbe. Daher ist Antwort D die richtige Lösung für die Frage, was NICHT zu den Merkmalen gehört.
Warum die anderen Antworten falsch sind (da sie tatsächliche Merkmale eines Gewerbes sind und die Frage nach dem Ausschlusskriterium sucht):
- Antwort A (Selbstständigkeit): Dies ist ein zwingendes Merkmal. Ein Gewerbetreibender handelt auf eigene Rechnung und Gefahr, im Gegensatz zu einem Angestellten (z. B. einem angestellten Wachmann).
- Antwort B (Gewinnerzielungsabsicht): Ein Gewerbe muss darauf ausgerichtet sein, einen finanziellen Überschuss (Gewinn) zu erwirtschaften.
- Antwort C (Dauerhaftigkeit): Die Tätigkeit muss auf Dauer angelegt sein. Wer nur einmalig das Auto des Nachbarn wäscht, betreibt kein Gewerbe.
- Antwort E (Erlaubtes Tun): Im klassischen Gewerberecht muss die Tätigkeit grundsätzlich erlaubt und nicht gesetzlich verboten sein (wie z. B. Drogenhandel), um als anmeldepflichtiges Gewerbe im Sinne der GewO zu gelten.
- Antwort F (Nach außen erkennbar): Das Gewerbe muss für Dritte sichtbar sein, beispielsweise durch Werbung, ein Firmenschild oder das Anbieten von Dienstleistungen auf dem Markt.
Zusammenfassend: Ein Bewachungsgewerbe nach § 34a GewO ist immer selbstständig, dauerhaft, auf Gewinn ausgerichtet, nach außen erkennbar und eine erlaubte Tätigkeit. Gemeinnützigkeit schließt ein Gewerbe aus.
Prüfungsfrage 2
Was ist das Bewacherregister?
- A)Es ist nicht definiert.
- B)Das Register gibt es nicht.
- C)Eine Kundenliste.
- D)Eine Waffenliste.
- E)Eine Fahrzeugliste.
- F)Ein zentrales Register für Sicherheitsfirmen und -mitarbeiter.
Das Bewacherregister ist ein zentrales, elektronisches Register, das seit 2019 vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geführt wird. Die rechtliche Grundlage hierfür bildet § 11b der Gewerbeordnung (GewO) in Verbindung mit § 34a GewO. In diesem Register werden bundesweit alle Daten von Sicherheitsunternehmen (Gewerbetreibenden) und deren Sicherheitsmitarbeitern (Wachpersonen) erfasst.
Jeder Mitarbeiter erhält bei der Anmeldung eine individuelle Identifikationsnummer, die sogenannte Bewacher-ID. Bevor eine Sicherheitskraft ihren Dienst antreten darf, muss der Arbeitgeber sie in diesem Register anmelden. Die zuständige Behörde prüft dann die Zuverlässigkeit (z. B. Abfrage von Vorstrafen bei der Polizei) und die Qualifikation (Sachkundeprüfung oder Unterrichtung). Erst wenn die behördliche Freigabe im System vorliegt, darf die Person arbeiten. Ein Verstoß gegen dieses Arbeitsverbot ist illegal und kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
Daher ist Antwort F völlig korrekt: Es handelt sich um ein zentrales Register für Sicherheitsfirmen und -mitarbeiter.
Warum sind die anderen Antworten falsch? Antwort A ist falsch, da das Bewacherregister im Gesetz (§ 11b GewO) sehr genau und detailliert definiert ist. Antwort B ist falsch, weil das Register seit dem Jahr 2019 real existiert und für das gesamte Bewachungsgewerbe zwingend vorgeschrieben ist. Antwort C ist falsch, da das Register keine Kunden oder Auftraggeber der Sicherheitsfirmen erfasst, sondern nur das Sicherheitspersonal und die Unternehmen selbst. Antwort D ist falsch, weil Schusswaffen in einem völlig anderen System, dem Nationalen Waffenregister (NWR), registriert werden und nicht im Bewacherregister. Antwort E ist falsch, da Dienstfahrzeuge über die Zulassungsstellen und das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erfasst werden, nicht jedoch in der Datenbank für das Bewachungspersonal.
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