Welche Gebäudeteile stehen im Fokus einer "Außenhautüberwachung" (Perimeterschutz am Gebäude)?
Richtige Antworten: A, B
Einfache Erklärung
In der Sicherheitstechnik, die ein wesentlicher Bestandteil der Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung (GewO) ist, unterscheidet man verschiedene Überwachungsformen bei Einbruchmeldeanlagen (EMA). Die Außenhautüberwachung (auch Perimeterschutz am Gebäude genannt) hat das Ziel, das Eindringen eines Täters bereits im Keim zu ersticken, indem alle physischen Öffnungen der Gebäudehülle überwacht werden.
Zu dieser Gebäudehülle gehören laut den Richtlinien der VdS Schadenverhütung GmbH (z. B. VdS 2311) und der DIN EN 50131 alle Stellen, durch die eine Person in das Objekt gelangen könnte. Dies umfasst Fenster, Außentüren, Tore, Kellerlichtschächte sowie Dachluken und Oberlichter. Technisch wird dies meist durch Magnetkontakte (Öffnungsüberwachung) und Glasbruchmelder (Durchbruchüberwachung) realisiert. Der große Vorteil dieser Methode ist die frühzeitige Alarmauslösung: Der Alarm wird aktiviert, noch bevor der Täter wertvolle Güter im Inneren erreichen kann. Zudem ermöglicht sie die sogenannte „Interne Scharfschaltung“. Das bedeutet, dass sich Personen (z. B. Bewohner oder Sicherheitsmitarbeiter) im Gebäude frei bewegen können, während die Außenhaut gesichert ist.
Ein zentraler Begriff ist hierbei die „Zwangsläufigkeit“. Gemäß den Unfallverhütungsvorschriften (DGUV Vorschrift 23) und technischen Normen muss sichergestellt sein, dass eine EMA nur dann scharfgeschaltet werden kann, wenn alle überwachten Zugänge (Fenster/Türen) ordnungsgemäß verschlossen sind. Dies verhindert Fehlalarme durch vergessenes Offenstehenlassen.
Warum sind die anderen Antworten falsch?
- Antwort C (PC-Monitore) und D (Schreibtischschubladen) gehören nicht zur Gebäudehülle. Hierbei handelt es sich um Inventar, das höchstens im Rahmen einer speziellen Objektsicherung relevant wäre, aber niemals Teil der Außenhautüberwachung ist.
- Antwort E (Innentüren) ist falsch, da Innentüren zur sogenannten Raumüberwachung (auch Fallenüberwachung genannt) zählen. Diese schlägt erst Alarm, wenn der Täter bereits im Gebäude ist.
- Antwort F (Der Tresor) ist ein klassisches Beispiel für die Schwerpunktüberwachung (Objektüberwachung). Hier wird ein spezifischer Gegenstand gegen Wegnahme oder Aufbruch gesichert, nicht jedoch die Gebäudehülle an sich.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Außenhautüberwachung die erste elektronische Barriere darstellt und somit den mechanischen Widerstand (z. B. nach DIN 18104) ergänzt, um Zeit für Interventionskräfte zu gewinnen.
