Die Feuerwehr steht vor dem brennenden Objekt. Sie haben keinen Schlüssel. Wo suchen die Feuerwehrleute zuerst nach dem Objektschlüssel?
Richtige Antwort: C
In der Sicherheitstechnik und im Rahmen der Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO (Gewerbeordnung) ist das Verständnis von Brandmeldeanlagen (BMA) und deren Peripherie essenziell. Wenn eine Brandmeldeanlage einen Alarm an die Feuerwehr auslöst, muss diese im Ernstfall schnell und ohne unnötige Zerstörung in das Gebäude gelangen können. Hierfür dient das Feuerwehr-Schlüsseldepot (FSD). Es handelt sich dabei um einen kleinen, massiven Tresor, der fest in die Außenwand des Objekts eingebaut ist.
Die Funktionsweise ist streng nach DIN 14675 und den VdS-Richtlinien genormt: Sobald die Brandmeldezentrale (BMZ) einen Brand registriert und den Alarm an die Leitstelle weiterleitet, wird die äußere Klappe des FSD elektromechanisch entriegelt. Die Feuerwehr besitzt einen Generalschlüssel, mit dem sie dann die innere Tür des Depots öffnen kann, um an den Objektschlüssel zu gelangen. Dieser Objektschlüssel ermöglicht den Zugang zu allen relevanten Räumen.
Warum sind die anderen Antwortmöglichkeiten falsch?
Die Antworten A (Fußmatte), B (Briefkasten) und F (Blumenkübel) sind im professionellen Sicherheitsgewerbe völlig indiskutabel. Solche Verstecke sind unsicher, nicht genormt und würden im Ernstfall wertvolle Minuten kosten, was gegen die allgemeine Sorgfaltspflicht verstößt.
Antwort D (Nachbar) ist ebenfalls falsch, da die Feuerwehr bei einem Brandereignis nicht darauf angewiesen sein darf, dass eine Privatperson anwesend oder erreichbar ist.
Antwort E (Tür aufbrechen) ist rechtlich problematisch. Zwar darf die Feuerwehr im Rahmen der Güterabwägung und des rechtfertigenden Notstands (§ 34 StGB) Türen gewaltsam öffnen, um Menschenleben zu retten oder bedeutende Sachwerte zu schützen, jedoch ist dies immer die „Ultima Ratio“ (das letzte Mittel). Eine Sachbeschädigung nach § 303 StGB soll durch das Vorhandensein eines FSD gerade vermieden werden.
Als Sicherheitsmitarbeiter müssen Sie wissen, dass das FSD ein kritischer Punkt der Gebäudesicherheit ist. Eine Manipulation oder ein unbefugtes Öffnen kann strafrechtliche Konsequenzen haben und die Zuverlässigkeit im Sinne des § 34a GewO infrage stellen. Zudem ist das FSD oft durch einen Sabotagekontakt geschützt, der sofort Alarm auslöst, wenn jemand versucht, es gewaltsam zu öffnen. Nur die Feuerwehr und autorisierte Fachfirmen haben Zugriff auf das Innere des Depots.
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