Als Schichtleiter müssen Sie einem Mitarbeiter Feedback zu seinem Verhalten geben. Auf welche Regeln sollten Sie achten, damit das Gespräch konstruktiv verläuft?
Richtige Antworten: A, E
In der Sicherheitsbranche ist die Kommunikation eines der wichtigsten Werkzeuge. Als Schichtleiter oder Vorgesetzter im Bewachungsgewerbe gemäß § 34a GewO (Gewerbeordnung) ist es Ihre Aufgabe, nicht nur für Sicherheit zu sorgen, sondern auch ein Team professionell zu führen. Feedback (Rückmeldung) ist hierbei ein zentrales Instrument der Personalentwicklung und Konfliktprävention. Damit ein Feedbackgespräch konstruktiv – also aufbauend und lösungsorientiert – verläuft, müssen bestimmte psychologische und rechtliche Regeln beachtet werden.
Die korrekten Antworten sind A und E.
1. Konkret und beschreibend (Antwort A): Feedback darf nicht vage sein. Aussagen wie „Sie machen immer alles falsch“ sind destruktiv und rechtlich problematisch, da sie die Persönlichkeit angreifen. Stattdessen müssen Sie sich auf eine spezifische Situation beziehen (z. B. „Gestern beim Einlass haben Sie die Ausweiskontrolle nicht vollständig durchgeführt“). Dies ist sachlich und für den Mitarbeiter nachvollziehbar.
2. Ich-Botschaften (Antwort E): Sätze, die mit „Ich habe wahrgenommen...“ oder „Mir ist aufgefallen...“ beginnen, wirken deeskalierend. Sie beschreiben Ihre eigene Wahrnehmung, ohne den anderen sofort zu beschuldigen. „Du-Botschaften“ (z. B. „Du bist unfähig“) wirken hingegen wie ein Angriff und lösen oft eine Verteidigungshaltung oder Aggression aus, was die Eigensicherung gefährden könnte.
Warum sind die anderen Antworten falsch?
- Kritik vor anderen (B): Dies verstößt gegen das „Vier-Augen-Prinzip“. Öffentliche Bloßstellung verletzt das Allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz). Es führt zu Scham und oft zu einer heftigen Gegenreaktion (Eskalation).
- Ironie (C): Ironie wird oft missverstanden und wirkt herablassend. In einer professionellen Hierarchie hat sie keinen Platz, da sie die Ernsthaftigkeit der Situation untergräbt.
- Persönlich werden (D): Kritik muss sich immer auf das *Verhalten* beziehen, niemals auf den *Charakter* oder die Person selbst. Beleidigungen könnten sogar den Tatbestand der Beleidigung gemäß § 185 StGB erfüllen.
- Schreien (F): Lautstärke ist ein Zeichen von Kontrollverlust. Gemäß der DGUV Vorschrift 23 (Unfallverhütungsvorschrift) sollen Sicherheitsmitarbeiter deeskalierend wirken. Wer schreit, provoziert körperliche Aggressionszeichen beim Gegenüber, wie sie in der Lektion beschrieben wurden (rotes Gesicht, geballte Fäuste).
Ein professionelles Feedback schützt das Betriebsklima und verhindert, dass interne Spannungen nach außen dringen oder in Gewalt umschlagen. Es ist Teil der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers und der Professionalität im Umgang mit Menschen.
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